Das LebensPhasenHaus für Auszubildende in der Pflege

Wohnen und Hilfen im Alter – dieses Thema beschäftigt nicht nur ältere Besucherinnen und Besucher. Das LebensPhasenHaus ist auch Ziel von Auszubildenden in der Pflege. Oft in Kombination mit dem Alters-Simulations-Anzug können die jungen Menschen testen, wie sich „Alt-sein“ anfühlt und technische Assistenz das Leben im Alter unterstützen kann. Interessant sind Unterstützungsmöglichkeiten für den Heim-Alltag genauso wie für das Wohnen zu Hause. Sind die Klassen größer, macht eine Aufteilung Sinn. Oft wird der Besuch des Lebensphasenhauses dann mit einem Ausflug in die Stadt verbunden.


Zurzeit wird von Mitarbeiterinnen des Geriatrischen Zentrums ein Konzept für ein Praxis-Seminar für Auszubildende in der Pflege, Bufdis und Alltagsbegleiterinnen und -begleiter erarbeitet. Dann sollen die Assistenzsysteme auch direkt mit dem Alters-Simulations-Anzug getestet werden. Der Schwerpunkt wird dabei auf die Themen Mobilisation, Kommunikation und Nahrungsaufnahme gelegt: Wie fühlt es sich an, im Alters-Simulations-Anzug mit dem Lifter in die Badewanne gebracht zu werden? Wie lässt sich das Aufstehen aus dem Bett bewerkstelligen - mit und ohne Unterstützung? An verschiedenen Stationen können hierzu Erfahrungen gemacht werden. Das Praxis-Seminar wird ab Herbst 2016 im LebensPhasenHaus angeboten. 2017 wird das Konzept erweitert, um diese Erfahrung auch weiteren Berufsgruppen, Firmen und anderen Interessierten zu ermöglichen.

 

 

SCHNELL, SCHNELLER, GLASFASER

Sie ist dünner als ein menschliches Haar und trotzdem beachtlich; die Glasfaser ist das schnellste Übertragungsmedium, das physikalisch möglich ist. Sie leitet Lichtsignale mit Lichtgeschwindigkeit – also circa 300.000 km/s. Doch die Glasfasertechnik zeichnet sich nicht nur durch Geschwindigkeit aus – auch die Übertragungsrate ist enorm. So kann beispielsweise eine Glasfaser mit 1mm Durchmesser etwa 3 Millionen Telefongespräche übertragen. Und das gleichzeitig.

Doch wie können uns neue Technologien wie beispielsweise ein breitbandiger Glasfaseranschluss dabei helfen, zukunftsorientiert und selbstbestimmt zu leben und das sogar im Alter?

Sowohl eine nahezu störungsfreie Versorgung, als auch maximale Geschwindigkeit bei allen Multimediadiensten wie Internet, Telefon und Fernsehen sind wichtige Vorteile, welche die Glasfasertechnologie mit sich bringt. Auch Videokonferenzen mit der Familie und den Enkelkindern können in bester Qualität stattfinden, da die Datenübertragung in Echtzeit möglich ist.

Zudem ermöglicht die Glasfaser einen symmetrischen Up- und Download. Bei den meisten Internetverbindungen ist die Downloadrate – die Geschwindigkeit, mit der Daten aus dem Internet heruntergeladen werden – um ein Vielfaches höher als die Uploadrate. Dies wirkt sich negativ auf jene Unternehmen und Privatpersonen aus, die selbst viele Daten hochzuladen haben. Ein symmetrisches Internet kann demnach ebendiese Personen dabei unterstützen, von zu Hause aus zu arbeiten.

Es ist außerdem denkbar, telemedizinische Diagnosen und Therapien durchzuführen. Patienten müssten in Zukunft keine Arztpraxen oder Apotheken mehr aufsuchen, um sich beraten zu lassen. Dies könnte bequem und stressfrei von zu Hause aus erledigt werden.

Darüber hinaus profitieren auch Planer, Bauherren und Architekten von der Technologie Glasfaser, denn beim Verkauf, bei der Vermietung oder Weitervermittlung von Immobilien spielt die Datenanbindung eine immer größer werdende Rolle. Mit einem Anschluss an das Glasfasernetz gewinnt die Immobilie an Wertigkeit und die Chancen am Markt werden damit erhöht.

Smart Home schützt vor Einbrechern

Die Zahl der Wohnungseinbrüche steigt weiter – viele Täter spähen ihre Opfer im Vorfeld ganz gezielt aus.
Einfacher geht es nicht: Die TaHoma-Sicherheitsfunktionen können durch eine Berührung der Steuerbox aktiviert werden.
Sobald die IP-Kameras einen Eindringling erfassen, startet eine einminütige Video-Aufnahme in HD-Bildqualität und die Bewohner werden alarmiert.

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist in Deutschland auf dem höchsten Stand seit 15 Jahren. 167.000 Haushalte wurden 2015 zu Opfern – ein Plus von 9,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aktive Vorsorge ist wichtiger denn je: Mit intelligenter Sicherheitstechnik kann man sich vor bösen Überraschungen schützen.


Rottenburg a. N. – Speziell in der dunklen Jahreszeit haben Einbrecher Hochkonjunktur.

Oft kommen die Täter im Schutz der Dämmerung und hebeln eine Balkon- oder Terrassentür auf. Das dauert mit dem Schraubenzieher nur wenige Sekunden und funktioniert praktisch geräuschlos. Besonders gefährdet sind Immobilien, deren Bewohner unterwegs sind. Umso schlimmer ist der Schock beim nach Hause kommen – durchwühlte Schränke und Kommoden und entwendete Wertgegenstände, an denen oft kostbare persönliche Erinnerungen hängen. Viele Opfer leiden monate- oder jahrelang unter Angstgefühlen und Schlafstörungen. Zum Glück ist niemand den Verbrechern wehrlos ausgeliefert. Bereits mit überschaubaren finanziellen Mitteln ist ein wirkungsvoller Schutz möglich.


Gefahr erkannt – Gefahr gebannt


Neben mechanischen Schutzmaßnahmen wie Pilzkopfverriegelungen, abschließbaren Fenstergriffen und zusätzlichen Sicherheitsbeschlägen tragen moderne Smart Home-Lösungen wie im LebensPhasenHaus zu einem effektiven Rundumschutz bei. Die digitale Steuerung TaHoma Premium von Somfy lässt das Zuhause bewohnt erscheinen, auch wenn niemand anwesend ist: Die Rollläden und Jalousien öffnen und schließen zu unterschiedlichen Zeiten und auch von unterwegs kann man die Beleuchtung an- und ausschalten.


Das besondere Highlight ist die kleine Serenity-Basisstation, die TaHoma Premium durch einfaches Andocken zu einer kompakten Alarmanlage erweitert. Vernetzte Bewegungs- und Öffnungsmelder erfassen mögliche Eindringlinge bereits, bevor sie sich Zutritt verschaffen können. IP Innen- und Außenkameras sorgen für zusätzlichen Schutz. Im Ernstfall alarmiert die integrierte Sirene und die Bewohner erhalten sofort eine E-Mail oder Push-Benachrichtigung.



IHK-Netzwerk Gesundheit, Ernährung, Sport im LebensPhasenHaus

Am 14. Juli 2016 traf sich das IHK-Netzwerk Gesundheit, Ernährung, Sport (http://www.gesundheit-neckaralb.de) unter dem Motto „Wie wollen wir in Zukunft leben?“ im LPH, um einen Blick in die Zukunft zu werfen und sich inspirieren zu lassen. Im Netzwerk treffen sich Unternehmen und Einrichtungen der Gesundheitswirtschaft aus der Region Neckar-Alb mit einem Schwerpunkt auf dem Dienstleistungssektor. Dieses Netzwerk hat das Ziel, ganz spezifisch die wirtschaftliche Aktivität, Gesundheit und Prävention in der Region zu stimulieren und hat somit eine Multiplikator-Funktion für alle IHK-Mitgliedsunternehmen. Zu den Arbeitsschwerpunkten gehört auch das Thema Assistenzsysteme im Alter.

Horst Stich, IHK-Senior-Experte und Senioren-Technik-Begleiter des Kreisseniorenrats Tübingen, gab einleitend einen Überblick über aktuelle und zukünftige Wohnsituationen für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen. Zentrale Aspekte waren dabei der Trend, im Alter im eigenen Heim wohnen bleiben zu wollen sowie die noch geringe, aber steigende Bereitschaft von älteren Menschen, in die Umrüstung der eigenen Wohnung zu investieren. Ein Schwerpunkt der Präsentation war das Thema Hausautomation. Hier bietet das LPH besonders innovative und benutzerfreundliche Lösungsansätze. Interessiert zeigten sich die Teilnehmer auch an den technischen Hilfsmittel für ein längeres selbstbestimmtes Leben im eigenen Heim und der Vielfalt bei der Alltagsunterstützung, angefangen bei Kleinigkeiten wie Schlüsselfinder oder Weckuhren bis hin zu ausgefeilten „Smart Homes“. Als Fazit wurde festgestellt, dass das LPH großes Optimierungspotential im Hinblick auf Barrierefreiheit und altersgerechter Gestaltung von Wohnraum aufzeigt. Die Netzwerkteilnehmer betonten die positive Vorbildfunktion des LPH als lebendiges Demonstrationsobjekt für das immer wichtiger werdende Thema „selbstbestimmtes Leben im Alter“.

Es folgen Bilder von der abschließenden Führung durch den „Forschungs- und Demonstrationsort LPH“ einschließlich des altersgerechten Garten:

Gruppe im Veranstaltungsraum, Das Netzwerk Gesundheit, Ernährung, Sport traf sich unter dem Motto „Healthcare im Digitalzeitalter“ im LPH
Schlafzimmer, Pflegebett mit Aufstehhilfe, diverse Szenarien erlebbar.
Bad, große Duschkabine
Gruppe im Garten, Hochbeet unterfahrbar, automatischer Rasenmäher, automatische Bewässerung, besonderer Schotter, befahrbar mit Rollstuhl

Hoch, höher, Hochbeet

Die Idee ist genial: Das Gemüse- oder auch Kräuterbeet wird auf eine bequeme Arbeitshöhe angehoben und das anstrengende und oft schmerzhafte Bücken und Knien entfällt ganz einfach. Alle Arbeitsgänge können nun rückenschonend im Stehen oder für Menschen im Rollstuhl auch im Sitzen erledigt werden, denn die Höhe der Beete ist flexibel anpassbar. Sehr komfortabel wird es, wenn das Beet unterfahren und rollstuhlgerecht gebaut ist, wie beispielsweise im Garten des LebensPhasenHauses.

Somit erfreuen sich Hochbeete nicht nur bei älteren Menschen einer großen Beliebtheit, sondern sind auch in Familiengärten und bei Singles zum echten Trend geworden. Meist haben sie eine Höhe zwischen 80 und 100 Zentimetern. Die Breite variiert ebenfalls: Ist das Beet von allen Seiten her leicht zugänglich, so darf es ruhig bis zu 1,20 Meter breit sein. Wird es hingegen nur von einer Seite genutzt, sollte man sich auf 60 Zentimeter beschränken.

Die Befüllung besteht zuunterst aus einer Drainageschicht, die den Wasserabfluss gewährleistet, denn die wenigsten Pflanzen lieben nasse Füße. Damit diese Schicht nicht in kurzer Zeit verschlämmt, ist sie durch ein Vlies vom Pflanzsubstrat zu trennen. Als Substrat empfiehlt sich eine Erdmischung, die der gewünschten Pflanzung angepasst ist. Mediterrane Kräuter mögen beispielsweise eher einen kargen sandigen Boden, Gemüse schätzt dagegen einen hohen Humusanteil.

Mögliche Konstruktionen

Der baulichen Ideenvielfalt sind hier kaum Grenzen gesetzt. Hochbeete gibt es ganz aus Holz und in Kombination mit einem verzinkten Metallrahmen. Cortenstahltröge oder pulverbeschichteter Stahl passen beispielsweise sehr gut zu moderner Architektur. Selbst ein ausgedienter Big Bag, in welchem sich vorher Steine oder Substrat befanden, kann befüllt als Hochbeet dienen. Aus Naturstein oder Betonstein lassen sich ebenfalls wunderschöne Hingucker nach individuellen Maßen bauen und sogar in Mauern integrieren.

Hochbeete gliedern Gartenräume, ziehen Grenzen oder bringen, bepflanzt mit buntem Sommerflor, ein Feuerwerk an Farben in den Garten. Sonderanfertigungen machen die Unterfahrbarkeit mit einem Rollator oder Rollstuhl möglich und sind beim Fachmann, also dem Landschaftsgärtner anzufragen, der hier immer kreative Lösungen parat hat.

Geeignete Bepflanzung

Die Erde im Hochbeet heizt sich erfahrungsgemäß etwas mehr auf als im Erdreich, was einige Gemüsepflanzen, wie beispielsweise Paprika und Auberginen, sehr schätzen und mit einer reicheren Ernte danken. Auch Kräuter fühlen sich in luftiger Höhe sehr wohl und können so ganz bequem und frisch für jedes Gericht geerntet werden. Gemischt mit einjährigen Sommerblühern, wie beispielsweise Ringelblumen oder Kapuzinerkresse, wird das Beet zur farbenfrohen Augenweide bis in den Herbst.

Die Schnecken haben es mit dem Hochbeet nicht ganz so einfach, zumindest was die Anreise betrifft. Haben sie sich dann allerdings etabliert, sollte man ihnen rasch zu Leibe rücken, da sie im Lösen eines Rückfahrttickets sehr unbeholfen sind. Eine integrierte automatische Bewässerung sorgt nicht nur in der Urlaubszeit für optimales Wachstum, sondern ist für alle Gartenbesitzer eine echte Erleichterung mit Erfolgsgarantie.

 

 

Experience Exchange Day

Am 3. Mai 2016 hat eine Delegation aus der niederländischen Partnerregion Noord-Brabant (S’Hertogenbosch / Eindhoven) das LebensPhasenHaus (LPH) besucht. Nach einer Besichtigung der Räumlichkeiten und diversen Angeboten der BruderhausDiakonie in Reutlingen, trafen eine ca. 30-köpfige Delegation aus Vertreterinnen und Vertretern des dortigen Pflege- und Gesundheitssystems aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft mit dem Fokus auf Smart Health im LPH auf ihre entsprechenden Gegenüber auf baden-württembergischer Seite. Mithilfe von Ständen und gezielten Workshops zu den Themen „integrierte Versorgung“ und „Demenz“ (Programm) wurde der Austausch inhaltlich und formell unterstützt. Letztlich ging es darum, voneinander zu lernen und sich auszutauschen als auch potentielle wissenschaftliche wie wirtschaftliche Möglichkeiten der Kooperation auszuloten.

Es folgen Stimmen der Teilnehmer und visuelle Eindrücke:

 Durch die interessante Zusammensetzung der Gäste wurde schnell deutlich, dass wir wohlfahrtsstaatliche und private Lösungen gemeinsam ganz neu und quer denken müssen.

-- Barbara Steiner, Leitung Geschäftsfeld Altenhilfe, BruderhausDiakonie

Kurze Ansprache der beiden offiziellen Repräsentanten für Noord-Brabant (Edwin Mermans) und Baden-Württemberg (Daniel Buhr) im Netzwerk Coral.
Konstantin Schneider (Smart Home & Living Baden-Württemberg) im Gespräch mit Frank Verbeek (Gociety Solutions, NL) und Laurens van Asten (Provinz Noord-Brabant)
Peter Hofelich (Mitglied des Landtages Baden-Württemberg), LWL Pauli (Minister für Wirtschaft und Internationales, Noord-Brabant), Edwin Mermans (Provinz Noord-Brabant, Leiter des Coral Netzwerks) Daniel Buhr (Universität Tübingen, Team LPH) und Willem G. van Agtmael (Honorarkonsul der Niederlande in Stuttgart) (von links nach rechts)
Ausloten möglicher Kooperation im Demenz Workshop, Dr. Andreas Marg (Sozialministerium Baden-Württemberg), Wies Arts (Stichting Zet, NL) und Tobias Glückler (Gesundheitsplaner Landkreis Tübingen)
Freundliches und fröhliches Gruppenbild der Teilnehmer nach einem erfolgreichen Experience Exchange Day.



 

Mit Lift im Bad und App für die Haustür

Wo ist der Schlüssel zu diesem Gebäude? Die Antwort interessiert drei junge Wissenschaftler der Universität Tübingen nicht. Per Fingerabdruck öffnet sich die Tür zu diesem Lebensphasenhaus auf der Tübinger Rosenau, wo Wissenschaft wie Wirtschaft demonstrieren wollen, was moderne Ingenieurskunst möglich macht. Dieses schlüssellose Türöffnen ist nur ein Anfang. Nachdem das Klingeln an der Haustür auch auf dem Handy zu hören ist, lässt sich die Pforte mit Hilfe einer entsprechenden App öffnen. „Und somit auch von Mallorca aus“, sagt Thomas Heine, neben Lisa Haug und Sandra Evans einer der Wissenschaftler verschiedener Disziplinen, die dieses Projekt begleiten. Das könne Sinn ergeben, wenn der Hausbesitzer den DHL-Mitarbeiter per Videobildschirm erkennt und ihm sagt: „Stellen Sie das Päckchen in den Eingang.“ Oder eben auch in die per App geöffnete Garage.

Der Tübinger Kreisseniorenrat stellt die These auf, dass Frauen und Männer mit 55 Jahren anfangen sollten, sich um eine altersgerechte Wohnung zu kümmern. In diesem Alter passen bei vielen Elan wie finanzielle Ausstattung, um diese Zukunftsplanung umzusetzen. Doch viele wollen davon nichts wissen. „Alt sind doch immer die anderen“, beschreibt Sandra Evans eine weit verbreitete Haltung.

Das Lebensphasenhaus soll laut Lisa Haug Denkanstöße bieten, und dabei durchaus wohnlich wirken. Die Räume sollen sich nicht mit der Kälte einer Technikausstellung präsentieren. Die Technik ist oft erst auf den zweiten Blick erkennbar: so im Schlafzimmer, wo sich jemand, der im Bett liegt per Fernbedienung nicht nur per Motorkraft aufrichten lassen kann, sondern auch zur Seite drehen, so dass das Aufstehen kaum noch Kraft erfordert. Thomas Heine verweist auf das Lichtkonzept, das auf einem Tag-Nacht-Rhythmus basiert. Morgens herrschen Blautöne vor, „so werden Schlafhormone abgebaut“, sagt er. Bei einem zarten Grün während der Nacht wird genau dies vermieden, die Müdigkeit soll auch nach einem Gang ins Bad anhalten. Die LED Lichtleisten um die Türen und im Boden in Richtung Waschraum ersetzen laut den Wissenschaftlern so manche Schlaftablette. Die Wegweisung bezeichnen die Wissenschaftler als Sturzprophylaxe. Richtig hell kann es dank LED-Beleuchtung tagsüber auch werden, so lässt sich der Biorhythmus leichter einhalten, auch wenn ein älterer Mensch das Haus wenig oder gar nicht verlässt.

Immer wieder fällt im Gespräch der Begriff der Vernetzung. Ein weiteres kleines Beispiel: Im Falle eines Feuers ertönt nicht nur ein Alarm, sondern sofort werden die Rollläden hochgezogen und der Herd abgestellt. Bei Stromausfall wird es hell bleiben, sobald das Netz könnte dank einer Batterie „gepuffert“. Der niedrige Stromverbrauch moderner LED-Systeme macht dies möglich. Überhaupt die Lichtschalter: sie lassen sich an die Wände pappen, wo es für den einzelnen gerade passt. Die Steuerung der Lichtquellen erfolgt drahtlos.

Das auch vom Stuttgarter Sozialministerium mit 550 000 Euro geförderte und auf zehn Jahre angelegte Projekt Lebenshaus wird sich wie ein Schaufenster immer neu darstellen, betonen die Wissenschaftler. Auch da ein kleines Beispiel: die Dusche ist so großzügig bemessen, dass sie leicht mit dem Rollstuhl befahren werden kann. Aber wie wäre es, wenn die sich Tür in Zukunft mittig teilen ließe, so dass Pflegefachkräfte gebrechliche Menschen von außen abduschen können. Jene Helfer, die das Haus schon besucht haben, zeigen sich auch begeistert über ein in die Decke integriertes Liftsystem, mit dem sich auch nicht ganz leichte Personen im ganzen Bad ohne Kraftaufwand selbst oder von den Pflegekräften bewegen können. Die Badewanne selbst verfügt über einen Seiteneingang, der den Einstieg in die Wanne ungemein erleichtert. Auch eine Idee, die offenbar gut ankommt. „Man baut in Häuser Barrieren sein, die gar nicht sein müssten“. wird an dieser Stelle gesagt.

Besonders begrüßt wird von Besuchern, dass sich Spüle wie Herd in der Höhe verstellen lassen. Auch eine Idee, die offenbar gut ankommt. Vom Kind bis zum Basketballprofi, alle finden eine gute Position vom Kochen bis zum Abwasch. Wie gut, dass sich per App auf Smartphone oder Tablet überall nachschauen lässt, ob der Herd komplett ausgeschaltet ist. „Was kostet das alles?“, werden die Wissenschaftler häufig gefragt. Da müssen sie passen. Aber sie äußern die Hoffnung, dass intelligente Lösungen sich rasch verbreiten und dank der Stückzahl auch Preise sinken werden.

Das Ziel des Projekts lässt sich so zusammenfassen: In diesem Haus auf der Tübinger Rosenau wird gezeigt, wie intelligente Technik erfolgreich im Alltag eingesetzt werden kann, um älteren und pflegebedürftigen Menschen ein möglichst langes selbstbestimmtes Leben im eigenen Haus und der eigenen Wohnung zu ermöglichen.

Erschienen: Stuttgarter Zeitung - Mittwoch, 23.September 2015

Das LebensPhasenHaus öffnet seine Pforten

Nachdem wir in den ersten Monaten des Betriebes das LebensPhasenHaus mit zahlreichen Workshops, Weiterbildungen und Führungen belebt haben, freuen wir uns nun ab dem 06. November 2015 immer freitags von 13:00 bis 17:00 Uhr interessierte Mitbürgerinnen und Mitbürger willkommen zu heißen.

Zu diesen Terminen können Sie ohne Anmeldung das Haus besuchen, erleben und mit Hilfe von sich bürgerschaftlich engagierenden Technik-Begleierinnen und Technik-Begleitern sich inspirieren lassen (organisiert durch den Kreissensiorenrat Tübingen).

Wir bitten Sie, sofern Sie uns mit einer Gruppe von mehr als 6 Personen besuchen, sich vorher anzumelden.

LebensPhasenHaus

Rosenau 9 | 72076 Tübingen

Team LebensPhasenHaus der Universität Tübingen

Auf der Morgenstelle 15 | 72076 Tübingen | Tel.: 07071 - 29-72058
Sekretariat: 07071 - 29-77636 | info@lebensphasenhaus.de